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Psychosoziale Gesundheit am Arbeitsplatz

Aktualisierung des Beitrages: 13.04.2004

Gemeinsam mit dem IBE (Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung, Universität Linz), führte das Bildungsinstitut pro mente (Mag. Irmgard Harringer, Mag. Anneliese Aschauer) das Forschungsprojekt "Psychosoziale Gesundheit am Arbeitsplatz" durch. Dieses Projekt wurde vom "Fonds Gesundes Österreich" zu 50% gefördert und umfasste den zeitlichen Rahmen von Mai 2001 bis November 2003. Ziel war es, Interventionsmöglichkeiten zur Förderung der psychosozialen Gesundheit am Arbeitsplatz im Rahmen des ArbeitnehmerInnenschutzes zu identifizieren bzw. zu entwickeln.

Der 1. Zwischenbericht (31.10.01) umfasst folgende Inhalte:
  • ökonomische Effekte von psychosozialen Belastungen für Betriebe
  • theoretische Erklärungsmodelle bzw. Forschungsansätze
  • existierende Analyseinstrumente zur Erfassung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz
  • internationale und nationale Interventionsmodelle (models of good practice).
Betriebliche Gesundheitsförderung wird mittlerweile weltweit eingesetzt, jedoch existiert in vielen Ländern eine hohe Diskrepanz zwischen dem ArbeitnehmerInnenschutz, der vielfach auf Maschinen- und Unfallschutz ausgerichtet ist und den zahlreichen Praxisbeispielen, die die steigende Relevanz psychischer Belastungen und die Notwendigkeit für gesundheitsfördernde Maßnahmen aufzeigen.
Nach der Recherche wurde eine ExpertInnengruppe gebildet, die Produkte und Zwischenergebnisse prozessbegleitend evaluierten. TeilnehmerInnen dieser AnwenderInnengruppe waren Akteure des betrieblichen ArbeitnehmerInnenschutzes, VertreterInnen der betrieblichen Gesundheitsförderung und Personalverantwortliche.
Gemeinsam mit der ExpertInnengruppe wurde - aufbauend auf bereits existierende Instrumente zur Erfassung psychischer Belastungen - ein für Unternehmen maßgeschneidertes Audit Tool abgeleitet. Weiters erfolgte eine Ableitung und Adaptierung von Interventions- und Beratungsstrategien und die Entwicklung eines Qualifizierungscurriculas für innerbetriebliche Akteure und externe BeraterInnen, das am Ende dieses Beitrags zum download bereit steht.

In der nachfolgenden Pilotstudie, in der die Instrumente und Maßnahmen in 5 Unternehmen unterschiedlicher Branchen erprobt wurden, erfolgte eine formative Evaluierung mit den Zielkriterien Praktikabilität im Sinne des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes, Zeitaufwand und Wirtschaftlichkeit der Instrumente.
Den Abschluss des Projektes stellte eine Fachtagung mit in- und ausländischen Experten, ein Projektbericht und seine Publikation im www dar.
Projektstatus:
Abgeschlossene Aktivitäten
2001
  • Internationale Literaturrecherche betrieblicher Gesundheitsförderprogramme sowie gesundheitsfördernder Interventions- und Beratungsstrategien
  • Sekundäranalytische Recherche ökonomischer Effekte von psychischen Belastungen für Unternehmen
  • Recherche internationaler Analyseinstrumente zur Erfassung von psychischen Belastungen in Unternehmen
  • Einrichten einer nationalen AnwenderInnengruppe (ArbeitnehmerschutzvertreterInnen, ExpertInnen auf dem Gebiet der betrieblichen Gesundheitsförderung und Personalverantwortliche)
2002
  • Entwicklung und Programmierung eines computerunterstützten Analyseinstruments zur Erfassung arbeitsbedingter psychischer Belastungsfaktoren (CBI-PSY)
  • Inhaltliche Konzeption eines Qualifizierungscurriculums für betriebliche Akteure zur Thematik "Psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz"
  • Inhaltliche und logistische Vorberatung für die Modellerprobung
  • Modellerprobung in der PEG (Personalentwicklungsgesellschaft), Linz
  • Modellerprobung in den Seniorenheimen der Stadt Linz
2003
  • Modellerprobung in der VOEST ALPINE Anlagentechnik
  • Modellerprobung in der Energie AG, Linz 
  • Internationale Fachtagung
  • Endbericht
2004
  • Zum Projektabschluss wurde ein Endbericht erstellt und dem Fonds Gesundes Österreich zur Begutachtung und Freigabe vorgelegt. Den freigegebenen Endbericht finden Sie im Download am Ende dieses Beitrages.

Ausführliche Informationen über den Ablauf der Modellerprobung in den 5 ausgewählten Betrieben, finden Sie im Download am Ende dieses Beitrages.

Die Modellerprobung wurde von den 5 Modellunternehmen sehr positiv erlebt. Dies zeigen auch die Rückmeldungen der Führungskräfte und der MitarbeiterInnen der Unternehmen:

Herzlichen Dank für die Möglichkeit zur Teilnahme an der Pilountersuchung, wir haben sehr überzeugende Ergebnisse erhalten, die wir im Rahmen eines internen Projektes aufarbeiten werden. Das Analyseinstrument CBI-psy scheint uns sehr fundiert und trotzdem für den/die Anwender/innen einfach zu handhaben. Es eignet sich gut für die Erhebung der Softfacts im Unternehmen und stellt einen idealen Ausgangspunkt für Entwicklungsprozesse im Unternehmen dar, da sehr rasch ein Stimmungsbild, aber auch konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen vermittelt werden. Abgesehen davon war auch die Zusammenarbeit mit den Berater/innen wirklich angenehm - die Präsentation der Ergebnisse haben wir als sehr professionell und spannend erlebt.

Wir wünschen Ihnen für den weiteren Verlauf des Projektes alles Gute! Beste Grüße
Hannelore Höhr
Geschäftsführung
Personalentwicklungsges.m.b.H.
Die Befragung wurde von den MitarbeiterInnen der Lebenshilfe OÖ als sehr positiv und persönlich bereichernd geschildert. Besonders hervorgehoben wurde dabei, dass der Ablauf und das Befragungssystem genau erklärt wurden, dass die Auswertung der Ergebnisse umgehend zur Verfügung stand und dass im Beratungsgespräch individuell auf die einzelnen Personen eingegangen werden konnte.
Fr. Halbmayr / Lebenshilfe OÖ
Nun habe ich in der Gesprächsrunde der PflegedienstleiterInnen um ein Feedback gebeten. Beide PDL’s (Pflegedienstleitungen) berichteten, dass zunächst Skepsis unter den MitarbeiterInnen herrschte. Etwa nach dem Motto: "Schon wieder eine Befragung - was soll das bringen?" Als dann die ersten Interviews und Beratungsgespräche stattgefunden haben lief schnell die Mundpropaganda wie gut die Beratung sei und es haben sich daraufhin noch einige MA gemeldet. Leider war der Zeitraum zu kurz, denn im Nachhinein hätten sich noch ein paar Interessierte gemeldet.

Ich übrigens auch, denn es hätte mich schon sehr Ihre Analyse interessiert.
Mir schien Ihre Untersuchung sehr professionell und sehr gut aufbereitet.
Vielen Dank für Ihre Arbeit und Ihr Bemühen in den SZL.
Liebe Grüße
Judith Stumpf
(Pflegedirektion)
Bei Fragen zum Projektablauf, zur ExpertInnengruppe oder zur Modellerprobung, bzw. bei allgemeinen Fragen zur psychosozialen Gesundheit im Betrieb, freuen wir uns über einen Anruf.

Bildungsinstitut pro mente: 
Mag. Anneliese Aschauer: (0732) 60 88 99-34 aschauera@bildungsinstitut.at
Mag. Irmgard Harringer (0732) 60 88 99-15 harringeri@bildungsinstitut.at
 
IBE:
Mag. Iris Ratzenböck (0732) 60 93 13-13 bzw. ratzenboeck@ibe.co.at
 
Weitere Informationen als Download:
Endbericht: Endbericht  [1199 KB]
Modellerprobung Ablauf: Modellerprobung Ablauf [599 KB]
Pressetext: Pressetext [168 KB]
Präsentation bei der Fachtagung am 23.10. 2003: Fachtagung [1281 KB]
Qualifizierungscurricula: Qualifizierungscurricula.ppt [123 KB]