VIVA - Gesundheitsprojekt und Gesundheitsmanagement
Von Juni 2001 bis Februar 2003 führte pro mente OÖ. in Kooperation mit der OÖ GKK das Gesundheitsprojekt „VIVA“ durch.
Anlass für dieses Projekt waren die Ergebnisse einer vorangehenden MitarbeiterInnen-Befragung, die signalisierten, dass die MitarbeiterInnen von pro mente OÖ einen Verbesserungsbedarf hinsichtlich der eigenen Gesundheit verspürten.
Das primäre Ziel von VIVA war es, Gesundheitsthemen innerhalb der pro mente zu thematisieren und gesundheitsfördende Ressourcen sowie gesundheitsbeeinträchtigende Faktoren bewusst zu machen. In Folgeprojekten sollten die Ergebnisse in gesundheitsfördernde Maßnahmen umgesetzt werden.
Verantwortlich für die Durchführung des Projektes war eine Steuerungsgruppe, welche aus folgenden TeilnehmerInnen bzw. Gremien zusammen gesetzt war: Projektleitung (Mag. Anneliese Aschauer), Geschäftsführung von pro mente OÖ, 2 MitarbeiterInnen des Bildungsinstitutes (Personal- und Organisationsentwicklung der pro mente OÖ), Betriebsrätin, Betriebsmedizinerin, eine Führungskraft und ein Mitarbeiter der pro mente OÖ. Unterstützt wurde die Steuerungsgruppe zum einen durch einen externen Berater und durch eine/n, in betrieblicher Gesundheitsförderung sehr erfahrene/n Vertreter/eine Vertreterin der OÖ GKK (Dr. Christian Scharinger, Elfriede Kiesewetter).
Um den Gesundheitszustand zu erheben, wurde im Oktober 2001 an alle pro mente MitarbeiterInnen ein Fragebogen zur anonymen Beantwortung verschickt.
Dazu wurde der validierte Fragebogen zur „Salutogenetischen Subjektiven Arbeitsanalyse“ (SALSA) eingesetzt, der sowohl Belastungen als auch Ressourcen der Arbeitstätigkeit erhebt. Der Fragebogen wurde auf die spezifischen Anforderungen, die sich aus der Tätigkeit bei pro mente OÖ ergeben können, adaptiert und durch einige Fragen angereichert. Die statistische Auswertung wurde von der OÖ GKK durchgeführt.
Die Rücklaufquote von 65,4 % zeigte, dass Gesundheit ein wichtiges Thema für pro mente MitarbeiterInnen ist.
Von März bis Juni 2002 wurden 7 moderierte, fachbereichsspezifische Gesundheitszirkel eingerichtet. Sie hatten die Aufgabe, lösungsorientiert konkrete Maßnahmenvorschläge zur Verbesserung der MitarbeiterInnen-Gesundheit zu erarbeiten. Die Arbeit in den Gesundheitszirkeln wurde auch unter dem Blickwinkel der Geschlechterrollen betrachtet.
In einem „soundingboard“ wurden die erarbeiteten Maßnahmenvorschläge einer breiteren pro mente Öffentlichkeit präsentiert.
Aus den Gesundheitszirkeln ergaben sich folgende Kernthemen:
• Informationskultur
• Klarheit/Transparenz
• Quantitative und qualitative Überforderung
• soziales Wohlbefinden
• betriebliche Gesundheitsförderung
• Team/Führung/Arbeitsklima
• Infrastruktur/Arbeitsplatzgestaltung
Die über 1000 Maßnahmenvorschläge wurden mit den zuständigen Gremien (Betriebsrat, Personalabteilung, Bildungsinstitut, Kommunikation & Marketing, Equality-Beauftragte, Betriebsmedizinerin, ...) hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit und Dringlichkeit überprüft. Angelehnt an diese Vorprüfung traf die Geschäftsführung und der Vorstand Ende 2002 die Entscheidung über konkret umzusetzende Maßnahmen.
Der abgeleitete Maßnahmenkatalog wurde im Februar 2003 im Rahmen einer MitarbeiterInnen-Klausur allen pro mente MitarbeiterInnen präsentiert.
Um die Koordination der umzusetzenden Maßnahmen sowie eine kontinuierliche Thematisierung und Sensibilisierung von Gesundheitsthemen sicherzustellen, wurde im Rahmen der Personalentwicklung die Stelle einer Gesundheitsbeauftragten positioniert und mit Mag.a Irmgard Harringer (Bildungsinstitut/Abteilung für Psychosoziales Gesundheitsmanagement) besetzt.
Die operative Abwicklung der Maßnahmen bleibt aber überwiegend in den zuständigen Strukturen.
Schon im ersten Jahr wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. So wurde unter anderem ein Arbeitskreis zur Optimierung des Informationsmanagements installiert, das Thema „Gesundheit“ wurde im Leitbild der pro mente OÖ verankert, strukturelle Veränderungen bei der LeiterInnen-Fortbildungen vorgenommen und Kurzschulungen für EDV-Verantwortliche veranstaltet, u.a.
Das Bildungsinstitut pro mente OÖ veranstaltete verschiedenste Gesundheitsseminare, z.B.
• Meine Gesundheit: Körper und Bewegung als Ressource (er-)leben
• Jetzt esse ich mich fit
• Die Säulen der Gesundheit
• Helfen macht müde – was macht wieder munter?
• Die Kraft des Lachens
• Mir läuft die Zeit davon
Seit 2002 findet jährlich im Oktober ein Gesundheitslauf statt.
Seit 2005 findet jährlich im Mai der Sportliche Xundheitstag mit zahlreichen Sport- und Gesundheitsangeboten statt.
Die Gesundheitsbeauftragte Mag.a Irmgard Harringer sorgt für die Dokumentation aller Gesundheitsmaßnahmen im Intranet (dazu wurde eine interne Plattform eingerichtet) sowie für das Controlling der umzusetzenden Maßnahmen.
Im Intranet wurde ein Wellnesspool aufgebaut, der kontinuierlich erweitert wird. Hier finden die MitarbeiterInnen eine Sammlung von „Gesundheitstipps“ und Anregungen, welche von Maßnahmen des persönlichen Stressmanagements bin hin zu Tipps für ein gesundes, schnelles, günstiges Mittagessen reichen.
Nach Abschluss des Projektes VIVA 2003 ging die Gesundheitsförderung bei pro mente OÖ. nahtlos in das
VIVA Gesundheitsmanagement
über. Es wurde ein eigenes Gremium unter der Leitung der Gesundheitsbeauftragten installiert, das sich mindestens 4 Mal im Jahr trifft. Mitglieder sind Geschäftsführung, Personalleitung, Präventivfachkräfte, Betriebsrat und Gesundheitsbeauftragte.
2004/2005 wurden folgende Schwerpunktthemen bearbeitet:
Rauchen/Nichtrauchen in Verbindung mit den Änderungen im Tabakgesetz
Psychosoziale Gesundheit: In einem eigenen Arbeitskreis wurde eine Evaluierungshilfe zur Ermittlung der Einflussfaktoren (Ressourcen/Belastungen), Aufgaben der Führungskräfte, unterstützenden Maßnahmen und Instrumenten entwickelt.
Ready4job – Früherkennung bei Suchtgefährdung
Projekt zur Vorbeugung von Suchtgefahren und den innerbetrieblichen Umgang mit den Problemen und Konflikten, die aus dem Missbrauch und der Abhängigkeit von Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen entstehen.
Die Betriebsvereinbarung enthält
- einheitliche Regelung im Umgang mit suchtmittelabhängigen MitarbeiterInnen
- einen Stufenplan im Anlassfall
- Hilfsangebote für gefährdete oder abhängige Beschäftigte
- klare Handlungsanleitung für Führungskräfte
Zur Unterstützung und als Anlaufstelle stehen interne und externe ExpertInnen zur Verfügung.
Projektsteuerungsgruppe: Fallweise Geschäftsführung, Personalleitung, Präventivfachkräfte, ExpertInnen, Einrichtungsleiterin, Betriebsrat, Gesundheitsbeauftragte
Zu den Themen Psychosoziale Gesundheit und Sucht im Betrieb gibt es seit Ende 2005 verpflichtende LeiterInnenfortbildungen, da diese Themen für Führungskräfte von besonderer Bedeutung sind.
2006/2007 wurden folgende Schwerpunktthemen bearbeitet:
Gute Implementierung aller entwickelten Maßnahmen
Weitere Evaluierungen
Transparenz bei Krisen
Aufbau eines internen Bezirks-Netzwerkes:
BezirksleiterIn bzw ein/e Beauftragte/r aus dem Bezirk sind AnsprechpartnerInnen für die Gesunbdheitsbeauftragte, erstes Treffen mit je einer Vertreterin/eines Vertreters des Bezirkes fand im Oktober 2006 in Wels statt. Dort wurden VIVA-Angebote vorgestellt, Bedarfe abgeklärt und Beteiligung der Einrichtungen in den Bezirken diskutiert.
Erarbeitung einer Betriebsvereinbarung zur internen Konfliktregelung
Die Verschriftlichung enthält Abläufe in Form eines Stufenplanes, wie im Betrieb mit Konflikten umgegangen wird.
Gesundheits-Kampagne: von März bis Dezember 2006
Zur Bekanntmachung der Gesundheitsmanagement-Maßnahmen und Stärkung des Gesundheitsbewusstseins. E-Cards, Posters, Fachartikel, Gewinnspiele mit attraktiven Preise, uvm.
Burnout-Prävention und –intervention
Erarbeitung von präventiven und interventiven Burnout-Maßnahmen.
2008/2009 wurden folgende Schwerpunktthemen bearbeitet:
1. Auswirkungen der Leistungspreise und des Chancengleichheitsgesetzes:
Seit Anfang 2008 trifft sich eine Arbeitsgruppe (Geschäftsführung, Betriebsrat, Dokumentation & Forschung, Kommunikation & Marketing, Arbeitsmedizinerin, Gesundheitsbeauftragte, Uservertretung, Personalmanagement, Bildungsinstitut), die die Auswirkungen (Chancen und Risiken) der Leistungspreise und des ChG evaluiert = ELCh-Projekt.
2. Rat & Hilfe:
Seit Ende 2008 gibt es für die 4 Säulen: Suchtprävention und –intervention, Konfliktregelung, Burnoutprävention und –intervention und Krisenmangement spezielle Unterstützungsmöglichkeiten für pro mente MitarbeiterInnen in schwierigen Situationen. Im Konflikt- oder Burnoutfall stehen kostenlos und anonym, wenn gewünscht, externe ExpertInnen zur Beratung zur Verfügung.
Nähere Infos unter /Projekte
3. Erste Hilfe-Auffrischungen:
Für ErsthelferInnen ist alle 10 Jahre ein 16-stündiger Erste-Hilfe-Kurs erforderlich, alle 5 Jahre ein kurzer Auffrischungskurs. Pro mente OÖ. führt diese Kurse bei Bedarf gebündelt durch.
4. Wiedereinstieg nach Langzeitkrankenstand:
Der Betriebsrat, Personalmanagement und die Gesundheitsbeauftragte erarbeiten z. Zt. Unterstützungsmöglichkeiten für MitarbeiterInnen, die nach einem langen Krankenstand wieder in den Arbeitsprozess zurückkommen.
5. Gingko – neu:
Das Thema Generationenmanagement, zu dem 2006 ein Projekt durchgeführt wurde, wird wieder aufgegriffen. Es werden weitere Unterstützungsmöglichkeiten für langjährige bzw. ältere MitarbeiterInnen erarbeitet bzw. umgesetzt.
Aktuelle Projekte in Form von intern buchbaren Workshops oder Kurzseminaren sind zur Zeit:
- Entspanntes Sehen am Computer
- Bogenschießen als eine andere Form der Psychohygiene
- Trommeln
- Yoga
- Rückenfit-Seminare
- Qi Gong
- Nordic Walking und bewusstes Essen
Mit Beteiligung des Gesundheitsmanagements wurde 2006 das Projekt „Gingko“ (Generationen in guter Kooperation) gestartet, in dem es unter anderem um alternsgerechte Arbeitsbedingungen und die Zusammenarbeit der Generationen geht.
Pro mente OÖ möchte mit VIVA die Basis dafür schaffen, dass die MitarbeiterInnen kontinuierlich motiviert werden, sich mit dem Thema Gesundheit auseinander zu setzen. Betriebliche Gesundheitsförderung soll hier durch die Schaffung gesundheitsförderlicher Arbeitsstrukturen und –bedingungen einerseits und MitarbeiterInnen, die bereit sind, selbst ihren Beitrag zur eigenen Gesundheit zu leisten, erfolgreich gelebt werden.
Wenn Sie Fragen zu VIVA – Gesundheitsmanagement haben, freut sich über Ihren Anruf:
- Mag.a Irmgard Harringer (Gesundheitsbeauftragte der pro mente OÖ): (0732) 60 88 99-15
Wenn Sie Fragen zur betrieblichen Gesundheitsförderung haben, freut sich über Ihren Anruf:
- Mag.a Anneliese Aschauer (Projektleiterin des Gesundheitsprojekts VIVA, Leiterin des Bildungsinstituts): (0732) 60 88 99-34
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